Liebe Freunde des Lauth-Weins,                                                                  

mal strahlend blau, laue Lüfte frohlockend schwingend, mal ungestüm aufbrausend und üppige Regengüsse zornig schleudernd gesellt sich der Frühling unter sehnsüchtig wartendes Volk.

Noch verhallen seine Siegesrufe fast ungehört im sausenden Wind und seine ersten blühenden und duftenden Boten warten vergebens auf gebührende Bewunderung in fröhlicher Runde.

Selten verharrten und erstarrten gleichzeitig Tatendrang und freudiges Erwachen in solch unwirklich anmutenden Zeiten, die Zeit scheint still zu stehen und doch: erste keimende Hoffnungssprossen bahnen sich ihren Weg und das Ziel am Ende sorgenreichen Jammertals rückt in fast fassbare Nähe.

Corona fordert Tribut und Geduld, nichts will so bleiben wie liebgewonnen, das Selbstverständliche wird zum Ereignis und alltägliche Kleinigkeiten erfahren Wertschätzung.

Die eisigen Wintertage scheinen gezählt und die inzwischen geschnittenen und größtenteils angebundenen Rebenruten erwarten ihren Austrieb. Inzwischen wurden im Weingut Lauth die ersten herrlichen Tropfen des 20er Jahrgangs abgefüllt und können es kaum abwarten, neugierig verkostet zu werden! Selten war ein Jahrgang so üppig in seinen Aromen, was den hohen Reifegraden zu verdanken ist. Ein sehr ausgewogenes erfrischendes, am Gaumen schmeichelndes Säureverhältnis trägt und fördert die Fruchtigkeit der unterschiedlichen Charaktere gleichermaßen.

Reife gelbe Früchte wie der Duft nach frischer Mango lassen den Chardonnay als Bouquetsorte glänzen, während der kraftvolle Grauburgunder nicht nur fruchtig, sondern mit feiner und eleganter Würze ein wunderbarer Fleischbegleiter sein wird.

Mit der aus dem 9. Jahrhundert stammenden Rebsorte Chenin Blanc haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt! Diese herrlich fruchtige Rebsorte – ursprünglich in Frankreich zu Hause – lernten wir auf einer unserer fachlichen Exkursionen in Südafrika kennen und lieben. Sie spiegelt das farbenprächtige und unkomplizierte Leben und die Leichtigkeit eines lauen Frühlingstages wider und lässt sich dank eines moderaten Reifeprozesses auch unter fortschreitender Klimaerwärmung nicht aus der Ruhe bringen. Der zwar nicht allzu üppige Ertrag aus seinem 2. Pflanzjahr hat uns schon als Jüngling im Fass begeistert und wird nun sicherlich eine Bereicherung im beschwingt süffigen Segment sein!

Liebhaber fülliger und fruchtiger Rotweine werden mit Dornfelder und Regent wieder eine hervorragende Wahl treffen. Der St. Laurent duftet wunderbar nach Sauerkirschen und feiner Vanille und seine sanften Tannine schmeicheln zart am Gaumen. Die Reife im Holzfass hat ihm Ausdruck und elegante Süffigkeit gleichermaßen angedeihen lassen. Geduld und Experimentierfreude haben sich vor allem bei unseren Schwarzrieslingen, zum einen als gereiftem, weich und feinfruchtigem Rotwein, zum anderen als herrlich ausdrucksstarkem Rosé, mal mit einer besonderen über 100 Jahre alten Hefesorte vergoren oder dezent im Holzfass mit filigraner Restsüße ausgebaut, als gewinnbringend gezeigt.

 Wie facettenreich sich König Riesling als Schoppenwein, gereifte Spätlese, wunderbar ausdrucksstarke Auslese oder spritziger Sekt erleben lässt, können wir hoffentlich bald mit Ihnen zusammen in wieder unbeschwerter und ausgelassener Probenrunde bei uns erleben!

Mögen die sausenden Frühlingsstürme die Sorgen und Ängste um Corona-Folgen mutig und entschlossen hinwegpusten, das triste Dasein sich in lebendige und beschwingte Leichtigkeit wandeln, möge grünende und knospende Erde sich in Fruchtbarkeit suhlen und pure Lebensfreude Felder und Wiesen bedecken!

 An den Frühlingssturm

Jäh erwachte wild brausender Sturm

Schüttelt und rüttelt an Haus und Turm.

Tobt und dräut im tiefen Erdbeben;

Rast, als wollte er Welten entheben.

Stampft und heult und pfeift ohne Halten

Junger, überdrangvoller Gewalten! –

Wie die nachtschwarzen Wolken ragen,

Wie sie sich ballen, wälzen und jagen!

Wie durch den Knäuel das Mondenlicht

Silberhell flutende Bahnen bricht! –

Schönes, helles aufbrechendes Sein!

Klingt in das Brausen mein Jauchzen hinein!

Grüßend dich zu zwingender Wilde!

Stürme dahin übers brachende Gefilde,

Wühle sie auf, die starrende Flur,

Wecke die wintertote Natur!

Rüttle und schüttle an Haus und Turm

Junger, wildsiegender Frühlingssturm!

(Paula Ludwig)

 

Wir wünschen Ihnen allen ein buntes und – trotz aller Widrigkeiten – fröhliches Osterfest, gute Gesundheit und die Hoffnung auf einen zwanglosen, erlebnisreichen Neubeginn! 

Mit lieben Grüßen aus Großfischlingen

Ihre Familie Lauth

 

PS.: Wir versenden gerne über DHL via 12er- und 18er-Postkartons Ihren ganz persönlich zusammengestellten Weingenuss nach Hause.

Hier finden Sie außerdem zum Kennenlernen und vorsichtigen Herantasten extra Themen-Probierpakete.